Hüter der Grenzen und des Vertrauens: 24 Feldgeschworene im Landkreis Würzburg ausgezeichnet

Feldgeschworne Landkreis WÜ 2026
Für 40 Jahre ehrenamtliche Tätigkeit wurden verdiente Feldgeschworene von Vertreterinnen und Vertretern der Feldgeschworenenvereinigungen und Behörden in Stadt und Landkreis Würzburg geehrt, darunter Landrat Thomas Eberth (links).

Seit Jahrhunderten sorgen Feldgeschworene dafür, dass Grundstücksgrenzen eindeutig markiert und respektiert werden. Als ehrenamtliche Sachkundige begleiten sie Vermessungen, setzen Grenzsteine und stehen Bürgerinnen und Bürgern wie auch den Behörden als unabhängige Ratgeber und Vermittler zur Seite. Wer in dieses traditionsreiche Amt berufen wird, übernimmt Verantwortung – in der Regel ein Leben lang.

Beim traditionellen Ehrenabend für verdiente Feldgeschworene würdigte Landrat Thomas Eberth in diesem Jahr in Gaukönigshofen insgesamt 24 Feldgeschworene aus dem Landkreis Würzburg für ihre langjährige Treue zu diesem besonderen Ehrenamt. Geehrt wurden Jubiläen von 25, 40, 50 und 60 Jahren. Gaukönigshofens Bürgermeister Johannes Menth hieß die Gäste im Haus der Jugend willkommen.

Musikalisch umrahmt wurde die Veranstaltung – ebenfalls nach guter Tradition – vom Landfrauenchor Würzburg unter der Leitung von Karin Dürr. Neben Landrat Thomas Eberth richteten auch der Leiter des Amtes für Digitalisierung, Breitband und Vermessung Würzburg, Oliver Treptau, sowie der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft der Feldgeschworenenvereinigungen von Unterfranken, Norbert Jesberger, Worte des Dankes und der Anerkennung an die Geehrten. In einem Moment der Stille gedachten die Versammelten kürzlich verstorbener Siebener.

 

Verlässliche Mittler zwischen Tradition und Moderne

In seiner Ansprache betonte Landrat Thomas Eberth die besondere Rolle der Feldgeschworenen als Bindeglied zwischen Kommunen, staatlichen Behörden und Bürgerschaft. Trotz hochentwickelter Messtechnik bleibe ihre Mitwirkung bei jeder Grenzfeststellung unverzichtbar. Mit ihrem ortskundigen Wissen, ihrem historischen Verständnis und ihrer neutralen Haltung trügen sie maßgeblich dazu bei, Konflikte zu vermeiden und Klarheit zu schaffen.

„Feldgeschworene stehen für Integrität, Genauigkeit und Verantwortungsbewusstsein. Sie geben Sicherheit – nicht nur bei Grenzfragen, sondern auch im menschlichen Miteinander“, würdigte der Landrat das Engagement der Geehrten. Gerade in einer Zeit stetiger Veränderungen und offen ausgetragener kriegerischer Konflikte weltweit seien solche verlässlichen Konstanten von unschätzbarem Wert.

Besondere Anerkennung galt in diesem Jahr dem Jubilar Ludwig Spall aus Kist, der auf 60 Jahre andauernde Tätigkeit als Feldgeschworener zurückblickt. Eine derart lange Zeitspanne im Ehrenamt sei Ausdruck außergewöhnlicher Treue und gelebter Verantwortung gegenüber der Gemeinschaft. „Wer über Jahrzehnte hinweg dieses Amt ausübt, schenkt seiner Heimat nicht nur Zeit, sondern Vertrauen und Stabilität“, so Eberth.

Mit der Feierstunde im Haus der Jugend setzte der Landkreis Würzburg die gute Tradition fort, die Verdienste der „Siebener“ in einem würdigen Rahmen öffentlich zu würdigen – als Zeichen des Dankes für jahrzehntelangen Einsatz im Dienst der Allgemeinheit. Die Ehrung wird im Namen des bayerischen Staatsministers der Finanzen und für Heimat, Albert Füracker, verliehen. Seit 2016 befindet sich die Tradition der Feldgeschworenen als ältestes kommunales Ehrenamt in Bayern auf der Liste des immateriellen UNESCO-Kulturerbes in Deutschland.

Die Geehrten:
Feldgeschworenenvereinigung Würzburg rechts des Mains:
40 Jahre: Gottfried Holzinger (Hausen bei Würzburg), Johann Nieberler (Veitshöchheim), Winfried Schmitt (Eisenheim), Thomas Schwab (Thüngersheim)
25 Jahre: Bernhard König (Randersacker)


Feldgeschworenenvereinigung Würzburg links des Mains:
60 Jahre: Ludwig Spall (Kist)
50 Jahre: Erwin Blaß (Erlabrunn), Walter Lehrieder (Neubrunn)
40 Jahre: Wilhelm Fleischmann (Uettingen), Kurt Kämmer (Holzkirchen), Norbert Ramnick (Greußenheim), Wolfgang Rösch (Reichenberg)
25 Jahre: Martin Hupp (Höchberg)
 

Feldgeschworenenverband Ochsenfurt:
50 Jahre: Franz Engert (Bütthard), Alois Kreußer (Ochsenfurt), Konrad Schimmer (Ochsenfurt), Alfred Wagner (Bieberehren), Andreas Ziegler (Tauberrettersheim)
40 Jahre: Gosbert Geißendörfer (Gelchsheim), Otto Leuckert (Giebelstadt), Leonhard Zehnter (Gaukönigshofen)
25 Jahre: Albrecht Haag (Röttingen), Erwin Häußlein (Ochsenfurt), Adam Wald (Frickenhausen am Main)